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Immunsysteminformation Dr. Walraph

Index
Leishmaniose
Lupus erythematosus 
(Systemische Autoimunerkrankung)

Leishmaniose 

Eine Leishmaniose (engl. Leishmaniasis) ist eine weltweit bei Mensch und Tier vorkommende Infektionserkrankung, die durch obligat intrazelluläre protozoische Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen wird. Das Verbreitungsgebiet sind die Tropen, besonders Peru, Kolumbien und das östliche Afrika, aber auch der Mittelmeerraum und Asien.

Übertragung

Leishmania tropica

Die Übertragung erfolgt durch Sand- oder Schmetterlingsmücken. In den 1950er Jahren wurden durch den Einsatz von Insektiziden (hauptsächlich DDT) gegen Malaria-übertragende Anophelesmücken auch die Sandmücken (Phlebotominae) stark dezimiert. Heute haben sich die Sandmückenpopulationen wieder auf das ursprüngliche Niveau vermehrt, wodurch im Mittelmeerraum die Erkrankungszahlen an Leishmaniosen bei Mensch und Tier wieder zunehmen.

Die Leishmaniose-Infektionsrate von Hunden ist besonders im Mittelmeerraum stellenweise sehr hoch: In Andalusien sind bis zu 42 % der Hunde infiziert, auf Sizilien bis zu 80 %. Die Infektionsrate bei Menschen und Hunden hängt von der lokalen Sandmückenpopulation, deren Durchseuchung und Stechgewohnheiten ab.

Formen der menschlichen Leishmaniose

Klassifikation nach ICD-10

B55.-

Leishmaniose

B55.0

Viszerale Leishmaniose

B55.1

Kutane Leishmaniose

B55.2

Mukokutane Leishmaniose

B55.9

Leishmaniose, nicht näher bezeichnet

ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Es gibt viele Krankheitsbilder, die der jeweiligen geographischen Verbreitung der einzelnen Leishmania-Arten zuzuordnen sind. Sie reichen vom lokal begrenzten, oft spontan ausheilenden Solitärulkus bis zur tödlich endenden Allgemeinerkrankung. Weltweit unterscheidet man drei Leishmanioseformen.

Innere Leishmaniose (viszerale Leishmaniose)

Bei der viszeralen Leishmaniose (auch bekannt als Dum-Dum-Fieber, Schwarzes Fieber oder Kala-Azar) werden die inneren Organe (lateinisch viscera = Eingeweide) befallen. Die Erreger sind L. donovani, in Europa L. infantum.

1977 wurde in Indien (Nordbihar) eine große Epidemie mit ca. 70.000 erkrankten Personen beobachtet. Der Begriff Kala-Azar stammt aus dem Hindi und bedeutet "Schwarze Haut". Die viszerale Leishmaniose ist allerdings nicht auf Indien und China beschränkt. Sie tritt auch in Europa, z. B. im Mittelmeerraum, von Portugal bis in die Türkei auf und ist auch in Südamerika, dort besonders in Brasilien vertreten.

In der Histologie sind die typisch schiffchenförmigen Leishmanien in einem Makrophagen zu erkennen. Ohne Therapie enden ca. 3 % der Krankheitsfälle tödlich. Als erstes orales Therapeutikum wurde im Dezember 2004 in Deutschland das Präparat "Impavido" (Miltefosin) zugelassen.

Hautleishmaniose (kutane Leishmaniose)

kutane Leishmaniose

Die kutane Leishmaniose (auch bekannt als Bagdad-, Orient- oder Aleppobeule) befällt im Gegensatz zur viszeralen Leishmaniose lediglich die Haut (lateinisch cutis = Haut) und verschont die inneren Organe. Die Übertragung findet durch Sand- bzw. Schmetterlingsmücken statt. Die Insekten nehmen bei einer Blutmahlzeit die Leishmanien auf; diese machen im Darm der Mücken einen Entwicklungszyklus durch und gelangen später in den Stechrüssel. Durch den Stich einer infizierten Mücke werden sie weitergegeben. Die Erreger sind L. tropica major, L. tropica minor, L. tropica infantum, L. aethiopica.

Sandmücken sind schlechte Flieger. Sie suchen den ungeschützten Körper auf. Nach dem Stich der Mücke kommt es zunächst zu einer Rötung, dann bilden sich juckende Knötchen auf der Haut, die sich in Papeln umwandeln und dann ein nicht schmerzhaftes Geschwür bilden. Die Größe der Geschwüre liegt meist zwischen einem und fünf Zentimetern. Die Vermehrung der Parasiten ist häufig auf den Ort beschränkt, an dem die Infektion stattfand. Häufig betroffen ist das Gesicht. Klinisch sind die feuchte (L. tropica major), die trockene (L. tropica minor) und die diffuse (L. tropica infantum und L. tropica aethiopica) Leishmaniose zu unterscheiden. Von einer Therapie der erstgenannten beiden Formen wird meist abgesehen da die sich entwickelnde Beule nach 6 Monaten bis 1 Jahr von selbst abheilen. Die Narben sind leider häufig entstellend. Die diffuse Hautleishmaniose heilt nicht ohne Behandlung aus.

Als orales Therapeutikum ist seit Dezember 2004 Impavido in Deutschland verfügbar. Die Therapie mit cortisolhaltigen Salben ist absolut kontraindiziert. Hilfe für das Immunsystem: steigern Sie Ihr Immunsystem um über 437%

Schleimhautleishmaniose (mukokutane Leishmaniose)

Die mukokutane Leishmaniose ist unter verschiedenen Namen (u.a. Uta oder Espundia) in Südamerika bekannt. Sie befällt neben der Haut auch die Schleimhaut (lateinisch mucus = Schleim). Der Erreger ist L. brasiliensis brasiliensis und wird ebenfalls durch die Schmetterlingsmücke übertragen. Klinisch zeigt sich eine schwer verlaufende, destruierende Hautläsion die nicht spontan abheilt.

Veterinärmedizin

Leishmaniose kommt im Bereich der Haustiere bevorzugt beim Haushund vor. Für Katzen, Nager, Rinder und Hauspferd existieren ebenfalls Beschreibungen der Erkrankung.  Hilfe auch über den Transfer Factor von 4life, lesen Sie mehr.

Ätiologie

Hunde und Nager scheinen das Hauptreservoir des Erregers zu sein. Die Übertragung auf Menschen oder andere Säugetiere entspricht wahrscheinlich nicht dem ursprünglichen Wirtsspektrum der Leishmanien. Zur Entwicklung benötigt der Parasit zwei Wirte. Zum Einen handelt es sich hierbei um ein Stechinsekt (Phlebotomus sp. oder Lutzomyia sp.), in dessen Blut sich die etwa 10 bis 15 µm lange, begeißelte und promastigote Form entwickelt und vermehrt. Wirbeltiere einschließlich des Menschen tragen dagegen die mit 2 bis 5 µm Länge wesentlich kürzere amastigote Form in sich, welche geißellos ist und sich bevorzugt im Zellinneren von Makrophagen – hier besonders im Bereich des retikuloendothelialen Systems – aufhalten. Dazu sind sie in der Lage aufgrund ihrer Fähigkeit, den Säuregehalt der Phagosomen zu neutralisieren und freie Sauerstoffradikale im Makrophageninneren abzufangen. Hier findet auch ihre Vermehrung durch Teilung statt.

Die Einteilung der Parasiten erfolgt anhand ihrer Morphologie, des bewirtenden Insektes, der Art der ausgelösten Krankheitssymptome und serologischen Tests. Daneben werden nach der Ähnlichkeit der im Parasiten aktiven Enzyme Zymodeme sowie nach speziellen DNA-Mustern auf den Kinetoplasten Schizodeme unterschieden.

Pathogenese

Im Darm des übertragenden Vektors kommt es nach dem Saugen infizierten Blutes zu einer starken Vermehrung der noch unbegeißelten Form, welche sich anschließend zum größeren, geißeltragenden Parasiten transformiert. Mittels dieser Geißeln wandern die Leishmanien aktiv in den Stechrüssel des Insektes ein und werden von dort bei dessen nächster Blutmahlzeit in die Haut des Säugers übertragen. Sie werden von dendritischen Zellen der Haut und lokalen Makrophagen aufgenommen und vermehren sich in deren Innerem. Nach ihrer Vermehrung zerstören die Parasiten die Zellmembran und werden so wiederum im Organismus freigesetzt, woraufhin sie neuerlich Zellen des Abwehrsystems des Körpers befallen. Hauptsächlich findet dieses in Lymphknoten, Knochenmark, Milz und Leber statt. Die Inkubationszeit ist dabei sehr unterschiedlich und kann zwischen einem Monat und sieben Jahren betragen.
Entsprechend der Immunantwort des Organismus verläuft die weitere Krankheit. Resistente Tiere reagieren auf die Infektion mit einer zellvermittelten Immunantwort über T1-Helferzellen. Überwiegt hingegen eine Immunglobulin-vermittelte Immunantwort, werden die trotz der Anheftung von Antikörpern noch infektionsfähigen Erreger wiederum von Makrophagen aufgenommen und die Infektion breitet sich aus. Mit zunehmender Dauer der Erkrankung wird diese Immunantwort immer unspezifischer, was durch ein Übermaß an zirkulierenden Antigen-Antikörper-Komplexen letztlich zur Ausbildung von Symptomkomplexen wie der viszeralen Form, des Nierenversagens oder zum Tod führen kann. Neben dieser indirekten Schädigung bewirkt der Parasit aber auch unmittelbare Schädigungen, die sich in granulomatösen Entzündungen von Haut, Leber, Niere, Darm, Augen und Knochen äußern können.

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Klinik, Diagnostik

Infolge der Tatsache, dass Leishmanien nahezu alle Organsysteme des Körpers befallen können, kann sich die Krankheit sehr vielfältig darstellen. Einem Großteil der erkrankten Tiere ist jedoch das Auftreten von Störungen der Haut gemein. Anhand der Verteilung dieser Störung können Rückschlüsse auf die Prognose der Erkrankung gezogen werden:

  • symmetrischer Haarverlust und Schuppenbildung: mit 60 Prozent der Fälle häufigstes Krankheitsbild, das vorwiegend Tiere mit intaktem Immunsystem entwickeln; beginnend am Kopf verbreitet sich die Erkrankung am gesamten restlichen Körper;
  • Hautgeschwüre über Knochenvorsprüngen, an Schwanzspitze und Ohren und im Haut-Schleimhaut-Übergang: betrifft 20 Prozent der befallenen Tiere und deutet auf eine geschwächte Immunabwehr hin. Die Symptome werden einerseits direkt durch die Parasiten hervorgerufen, können aber auch indirekt über eine von Immunkomplexen hervorgerufene Vaskulitis verursacht werden.
  • Knötchenbildung in der Haut: In die Haut eingewanderte Makrophagen führen zur Ausbildung der Knötchen; weitere Abwehrzellen sind nur geringfügig beteiligt. Die Erkrankung tritt bei etwa 12 Prozent der Patienten auf und weist auf eine ungenügende Immunabwehr hin.
  • generalisierte Hautdegeneration mit Pustelbildung im Bereich des Körperstammes: mit 4 Prozent die seltenste Form. Die Pusteln sind mit einer nichteitrigen Flüssigkeit und einigen Parasiten gefüllt. Die Pathogenese dieser Form ist nicht geklärt und es gibt keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit der Immunkompetenz des erkrankten Tieres.
  • Re- oder inermittierendes Fieber mit zwei Spitzen pro Tag (Doppelgipfliges Fieber) ist ein Hinweis auf eine viszerale Leishmaniose.

Neben den beschrieben Störungen kann die Haut weitere Symptome wie übermäßige Verhornung, Krallenverkrümmung, Nagelbettentzündung und Pigmentverlust im Nasen-Maulbereich ausbilden. Auch die Schleimhäute können betroffen sein.

Neben der Erkrankung der Haut sind häufig gleichfalls die inneren Organe betroffen (viszerale Leishmaniose). Je nach Organbeteiligung ist die Ausbildung von Leberentzündungen, Darmentzündungen, Nierenversagen, Blutgefäßentzündungen, Knochenmarkentzündungen, Gelenkentzündungen, Nervenentzündungen und Muskelentzündungen möglich.

Infolge des sich ausgesprochen vielfältig darstellenden Krankheitsbildes kann die Diagnosefindung schwierig sein, zumal die Krankheit in den meisten Teilen Deutschlands nicht endemisch ist und daher oft nicht zur Routinediagnostik gehört. Daneben gibt es keinen absolut zuverlässigen Test für die Krankheit.
Die Diagnosestellung beruht neben dem direkten Parasitennachweis vor allem auf Untersuchungen zur Immunantwort des Wirtes.
Ein direkter Nachweis der Leishmanien kann mittels zytologischer oder histologischer Untersuchungen erfolgen, bei welchen Zellen des Knochenmarks, der Lymphknoten oder der Haut mikroskopisch untersucht werden, was eine direkte Identifizierung der sich meist intrazellulär befindenden Leishmanien ermöglicht. Als weitere Untersuchung bietet sich als gentechnische Methode die PCR an, welche bei Proben aus dem Knochenmark eine Sensitivität und Spezifität von fast 100 Prozent aufweist.
Unter den indirekten Nachweisverfahren hat die serologische Bestimmung von Antikörpern mittels Immunfluoreszenz-Test oder ELISA die weiteste Verbreitung gefunden. Obwohl auch hier Sensitivität und Spezifität mit etwa 80 Prozent recht hoch sind, können falsch negative Ergebnisse bei frisch infizierten Tieren, welche noch keine Antikörper entwickelt haben, auftreten. Dieses Problem besteht gleichfalls beim Intrakutantest, der aber unter Umständen eine Aussage über die Schwere des Krankheitsverlaufes ermöglicht. Ferner besteht die Möglichkeit eines Stimultionstestes der mononukleären Zellen des peripheren Blutes.

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Lupus erythematodes

Klassifikation nach ICD-10

M32.-

Systemischer Lupus erythematodes

M32.0

Arzneimittelinduzierter systemischer Lupus erythematodes

M32.1+

Systemischer Lupus erythematodes mit Beteiligung von Organen oder Organsystemen

L93.-

Lupus erythematodes

L93.0

Diskoider Lupus erythematodes

L93.1

Subakuter Lupus erythematodes cutaneus

ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Der Lupus erythematodes (lat. lupus „Wolf“, griech. ρυθήμα erythema „Röte“) ist eine systemische Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen. Der Name „Lupus“ – „Wolf“ leitet sich von der Möglichkeit von Verstümmelungen im Gesicht durch CDLE-Läsionen her, Ärzte früherer Generationen verglichen diese Läsionen mit Wolfsbissen. Heutzutage kommt es dazu dank moderner Behandlungsmöglichkeiten nur noch selten. „Erythematodes“ (engl. erythematosus) – „errötend“ leitet sich von den bei dieser Krankheit häufig (bei 71 % der Patienten) vorkommenden Rötungen her. Besonders charakteristisch für SLE (systemischer Lupus erythematodes) ist das so genannte Schmetterlingserythem.

Neun von zehn Betroffenen sind aufgrund des geschlechtsspezifischen Signalwegs der Interferon-alpha-Induktion weiblich, die Erkrankung ist also gynäkotrop. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa 40.000 Menschen, vor allem junge Frauen im gebärfähigen Alter, an Lupus erythematodes, während die Krankheit in den USA häufiger ist.

Formen und Symptome

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Der systemische Lupus erythematodes (SLE, andere Bezeichnung: Lupus erythematosus disseminatus, abgekürzt LED) beginnt oft mit Fieber; Abgeschlagenheit und Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht folgen häufig. Außerdem klagen die Betroffenen meist über rheuma-ähnliche Gelenkschmerzen. Auf der Haut bilden sich oft Erytheme.

Einen Überblick über mögliche Symptome bei systemischem Lupus erythematodes gibt folgende Tabelle:

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Mögliche SLE-Symptome

Häufigkeit in %

Symptom

85

Gelenkschmerzen

84

Allgemeinbeschwerden
(Müdigkeit, Leistungsschwäche …)

81

Hautveränderungen

77

Nierenbefunde

63

Gelenkentzündung

58

Raynaud-Syndrom

54

Beschwerden d.
Zentralnervensystem

54

Schleimhautveränderungen

47

Magen-Darm Beschwerden

37

Rippenfellentzündung

32

Lymphknotenerkrankung

29

Herzbeutelentzündung

17

Lungenbeteiligung

5

Muskelentzündung

4

Herzmuskelentzündung

4

Bauchspeicheldrüsenentzündung

Es kann auch jedes andere Körperorgan befallen werden (Systemischer = alle „Systeme“). Es können Entzündungen der Gelenke, von Herz, Lungen, Nieren und Hirn entstehen. Die Gefahr dabei liegt insbesondere im Multi-Organsystemversagen.

Der SLE kann akut-entzündlich mit schweren Schüben, foudroyant verlaufen. Diese Verlaufsform führte früher häufig und schnell durch Befall von Muskeln, Gelenken, Hirn, Haut und Nieren zum Tod. Sie ist heute dank moderner Behandlungsmethoden sehr selten geworden. Meist verläuft der SLE heute milder und mit weniger Krankheitszeichen. Es gibt langsam-schleichende und schubweise Verlaufsformen.

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Es gibt auch sehr milde Verlaufsformen, bei denen nur ein oder zwei ACR-Kriterien erfüllt sind. Diese Verlaufsformen können nach jahrelangem Verlauf in einen SLE übergehen.

SLE mit sekundärem Antiphospholipid-Syndrom (APS)

Bei manchen Formen (ca. 40 % der Betroffenen) des Lupus erythematodes kommt es zum Antiphospholipid-Syndrom. Dabei bilden sich Antikörper gegen Phospholipid-Protein-Komplexe (anti-Cardiolipin und anti-beta-2-Glykoprotein I Antikörper als Hauptvertreter), was man sich bei der Diagnostik zunutze macht, da diese in immunologischen Tests nachgewiesen werden können. Außerdem können diese Komplexe zu Thrombembolien führen, welche sich zudem negativ auf die Prognose auswirken. Weibliche Patienten mit APS haben ein erhöhtes Risiko für wiederkehrende Fehlgeburten (ein Merkmal bei APS-Patientinnen).

Medikamenteninduzierter SLE

Die mildere Verlaufsform des LE, ausgelöst durch Antihypertensiva (etwa Dihydralazin), Antiarrhythmika (etwa Procainamid), Antikonvulsiva und Antibiotika, aber auch andere Medikamente, bessert sich meist nach Absetzen des Medikaments. Laborparameter: ANA und Histon-AK.

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SLE im Spätstadium

Da das späte Krankheitsstadium heute medikamentös fast immer vermieden werden kann, tritt das Vollbild des SLE nur noch sehr selten auf. Die typischen Organschäden durch den akuten SLE kommen daher nur noch in der Regel abgemildert vor. Heutzutage wird durch Medikamente versucht, diese Schäden zu vermeiden oder zu verringern; viele Patienten erreichen daher das späte, früher oft letal ausgehende Krankheitsstadium nicht. Neben einer regelmäßigen Kontrolle durch einen versierten Rheumatologen ist auch die medikamentöse Behandlung unbedingt wichtig. Die möglichen, durch SLE ausgelösten, schweren Organschäden Niereninsuffizienz, nephrotisches Syndrom, Arteriosklerose, Herzklappenschäden, Thromboembolien, Knochennekrosen, neurologische und psychiatrische Erkrankungen, Lungenfibrose sind dadurch in der heutigen Zeit seltener geworden.

Chronisch-diskoider Lupus erythematodes (CDLE)

Beim Hautlupus (CDLE) ist nur die Haut betroffen. Der Verlauf ist milde. Nur bei etwa 5 % entwickelt sich ein SLE. Der Hautlupus manifestiert sich meist in Scheibenform („diskoider“ Lupus erythematodes). Diese Hautveränderungen zeigen einen dreiphasigen Aufbau:

  1. Am Rand besteht eine Rötung, die in einen
  2. schuppenden Bereich übergeht. Die Hautschuppen sitzen fest. Nach Entfernung einer Schuppe findet man an deren Unterseite einen sog. keratotischen Sporn (Tapeziernagel-Phänomen).
  3. Zentral zeigt sich ein Gewebsschwund (Atrophie), der vernarbt und in behaarten Hautbezirken zum dauerhaften Haarausfall (Alopezie) führt. UV-Licht und bestimmte Medikamente provozieren die Hautveränderungen

Hypertropher CDLE

Tumider Lupus erythematodes

Der Lupus erythematodes tumidus ist eine seltene Variante des diskoiden Lupus erythematodes mit entzündlichen tumorförmigen Infiltraten, die oft im Gesicht entstehen. Die rötlichen Herde sind geschwollen, überwärmt und haben durch Vernarbungen eine gesprenkelte Oberfläche.

Subakut kutaner Lupus erythematodes (SCLE)

Der subakute kutane Lupus erythematodes ist eine seltene Form der Lupus-erythematodes-Gruppe. Er hat eine Intermediärstellung zwischen dem chronisch-kutanem und dem systemischen Lupus erythematodes und zeichnet sich klinisch vor allem durch die erhöhte Lichtempflichkeit speziell gegenüber UV-B aus. Er zeigt psoriasis-ähnliche, runde Herde auf meist Sonnenlicht ausgesetzten Hautarealen. Darüber hinaus sind Gelenk- und Muskelschmerzen, selten auch Nierenbeteiligungen mit milder Symptomatik beschrieben. Bei chronisch schubhaften Verlauf kann der SCLE sowohl spontan ausheilen, als auch in einen systemischen Lupus erythematodes übergehen.

Neonatales LE-Syndrom

Im Falle einer mütterlichen Autoimmunerkrankung wie dem systemischen Lupus erythematodes ist das Risiko für eine Fehlgeburt bis auf etwa 20 % erhöht. Von den übrigen 80 % entwickelt nur ein geringer Anteil einen neonatalen Lupus erythematodes. Grundsätzlich können die Autoantikörper der Mutter ab der 16. Schwangerschaftswoche über den Mutterkuchen auf das Kind übertragen werden. Hier rufen sie bevorzugt Symptome an der Haut und am Herzen hervor. Die Mutter selbst kann zu diesem Zeitpunkt durchaus noch symptomlos sein. In einer prospektiven Studie wurden Hautveränderungen in 16 %, ein AV-Block °III in 1,6 %, erhöhte Leberwerte in 26 % und hämatologische Auffälligkeiten in 27 % der Fälle beschrieben. Symptome an anderen Organen wie den Nieren, den Lungen, dem Nervensystem oder den Blutzellen treten sehr viel seltener auf. Der AV-Block ist auch durch eine immunsuppressive Therapie nicht wieder rückgängig zu machen und muss meist mit einem Schrittmacher behandelt werden. Ansonsten hat die Erkrankung eine gute Prognose, weil die übrigen Symptome mit Abbau der passiv von der Mutter übertragenen Autoantikörper von alleine wieder verschwinden. Da längst nicht alle Kinder von Müttern mit den entsprechenden Autoantikörpern auch Symptome entwickeln, ist eine prophylaktische immunsuppressive Therapie nicht grundsätzlich indiziert. Allerdings wird empfohlen, in solchen Fällen ab der 16. Schwangerschaftswoche regelmäßig Ultraschalluntersuchungen des Herzen des Feten durchzuführen. Wird hierbei ein AV-Block °I oder II gefunden, wird die prophylaktische Behandlung der Mutter mit einem Steroid diskutiert.

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Ursache

Die Ätiologie des SLE ist weitgehend unbekannt. Man geht allerdings davon aus, dass Viren oder UV-Licht als ursächliche Faktoren in Frage kommen. Es kommt zur Apoptose von Zellen, sodass deren Kernbestandteile (Autoantigene) freigesetzt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Phagozytose der apoptotischen Zellen gestört ist, wie es für eine Subgruppe der SLE-Patienten beschrieben ist. Diese Zellen werden durch das fehlgesteuerte Immunsystem als fremd erkannt, und es werden Antikörper gegen sie gebildet, sogenannte Autoantikörper. Autoantigene und Autoantikörper bilden Immunkomplexe. Diese können vom mononukleären phagozytären System (Makrophagen) nicht beseitigt werden und lagern sich an den verschiedensten Orten (etwa an der Gefäßwand) ab. Es kommt zur Komplementaktivierung, Thrombozytenaktivierung …, und eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) entsteht. Daraus entstehen ein Gefäßverschluss und später die Organläsion. Die Kernbestandteile werden jedoch auch auf der Oberfläche der verschiedenen Zellen präsentiert (etwa von Keratinozyten). Das fehlregulierte Immunsystem reagiert darauf, und es kommt zur polyklonalen B-Zell-Aktivierung und zur Produktion von weiteren Autoantikörpern, was dann zur Zerstörung der Zellen führt (s. Schmetterlingserythem).

Die Ursache für diese krankhafte Reaktion des Immunsystems ist bisher unbekannt. Es gibt eine starke genetische Disposition. Familienangehörige ersten und zweiten Grades zeigen eine erhöhte SLE-Prävalenz. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein SLE-Patient mindestens einen Verwandten ersten Grades mit SLE hat, wird mit 3 bis 10 Prozent angegeben. Für eineiige Zwillinge wird eine gemeinsame SLE-Erkrankung von 57 % berichtet, für zweieiige Zwillinge von 5 %. Auch weitere Autoimmunkrankheiten kommen im Verwandtenkreis gehäuft vor.

Clearance Defizienz als ein mögliches Entstehungsmodel für SLE

Ineffiziente Clearance

Der präzise Entstehungsmechanismus des Systemischen Lupus erythematodes (SLE) ist ein multifaktorielles Geschehen und noch unklar. Neben den bereits erwähnten Ursachen ist die gestörte Clearance von sterbenden Zellen ein weiterer Grund zur Ausprägung dieser Autoimmunerkrankung. Dies bezieht sich, neben der gesteigerten Apoptoseanfälligkeit, auf die gestörte Phagozytoseaktivität von Monozyten oder Gewebsmakrophagen und Granulozyten sowie auf fehlende oder ineffiziente Serumkomponenten.

Isolierte Monozyten aus peripherem Venenblut von SLE-Patienten zeigen eine verminderte Ausprägung des CD44 Oberflächenmoleküls, das am Phagozytose-Prozess beteiligt ist. Die meisten dieser Monozyten sowie einige der „Sternhimmel-Makrophagen“ (tingible body macrophages, TBM), die in den Keimzentren der Lymphknoten zu finden sind, zeigen außerdem ganz klar einen morphologischen Unterschied bei SLE-Patienten: Sie sind nicht nur vermindert und sterben eher, sondern sie sind auch kleiner und fehlgebildet. Serumkomponenten, wie Komplementfaktoren, CRP und einige Glykoproteine, sind außerdem ausschlaggebend für den funktionierenden Phagozytose-Prozess. Solche Komponenten fehlen oder sind im Serum vieler SLE-Patienten vermindert oder ineffizient.

Die Clearance von früh apoptotischen Zellen ist eine wichtige Funktion im Organismus. Ist diese Fähigkeit gestört und kommt es zum Fortschreiten der Apoptose-Phasen, so kommt es zur sekundären Nekrose der Zelle. Von nekrotischen Zellen, die ihre Membranintegrität verloren haben, werden Kernbestandteile als Autoantigene sowie „danger signals“ präsentiert, womit die Reifung dendritischer Zellen (DC) stimuliert wird. Eine „ineffiziente Clearance“ wird auch durch ein hohes Aufkommen apoptotischer Zellen ausgelöst. Eine erhöhte Apoptose-Rate löst somit auch die Reifung der DC aus, sowie die Präsentation der intrazellulären Antigene spät-apoptotischer Zellen oder sekundär-nekrotischer Zellen über deren MHC-Moleküle.

Autoimmunität kann u.a. durch eine verlängerte Exposition intrazellulärer und nukleärer Autoantigene spät-apoptotischer und sekundär-nekrotischer Zellen initiiert werden. Die B- und T-Zell-Toleranz gegenüber Autoantigenen apoptotischer Zellen geht verloren, und die Lymphozyten werden durch Autoantigene aktiviert. Die Entzündungsreaktion und die Antikörperproduktion durch Plasmazellen resultieren als typisches Krankheitsbild des SLE. Bei Patienten mit Chronisch-diskoidem Lupus erythematodes (CDLE / Hautlupus) wurde dieser Clearance-Defekt ebenfalls festgestellt.

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Keimzentren in SLE und Kontrollen

Akkumulation in Keimzentren

Beim Gesunden werden apoptotische Lymphozyten in den Keimzentren der Lymphknoten durch spezialisierte Phagozyten, TBM, effizient abgeräumt, wodurch kein freies apoptotisches und potentiell autoantigenes Material dort vorkommt. Bei SLE-Patienten kommt es dort, aufgrund der ineffizienten Clearance, zur Ablagerung und Anhäufung apoptotischen Materials. In enger Nachbarschaft zu den TBM sind, in dem besonderen Mikromilieu des Keimzentrums, follikuläre dendritische Zellen (FDC) lokalisiert, die im Gegensatz zu den im Knochenmark gereiften dendritischen Zellen (DC) die Antigene auf ihrer Oberfläche binden und sie weder aufnehmen, noch über MHC-Moleküle präsentieren. Autoreaktive B-Lymphozyten gehen, wie nicht-autoreaktive B-Zellen, aus der somatischen Hypermutation von Zentroblasten hervor und wandern in die helle Zone ein. Die durch Zufall gebildeten autoreaktiven B-Lymphozyten erhalten normalerweise keine Überlebenssignale durch FDC und sterben durch Apoptose. Ist die Clearance ineffizient, so kommt es zur Ansammlung apoptotischen Kernmaterials in der hellen Zone der Keimzentren, das durch FDC fixiert wird. Die FDC, die mit abgelagerten Kern-Autoantigenen beladen sind, können Kurzzeit-Überlebenssignale für autoreaktive B-Lymphozyten darstellen. Finale Überlebenssignale, die die Differenzierung zu autoantikörperproduzierenden Plasmazellen und zu B-Gedächtniszellen zulassen, erhalten die autoreaktiven B-Zellen durch Interaktion mit autoreaktiven T-Helfer-Zellen nach dem Einwandern in die Mantelzone. Die chronische Autoimmunerkrankung SLE kann die Folge sein.

Untersuchung

CDLE (Hautlupus)

Neben dem typischen Hautbild wird oft eine kleine Hautprobe entnommen (Biopsie) und feingeweblich untersucht, um die Diagnosestellung zu sichern. Bei der Untersuchung unter dem Mikroskop zeigen sich in den betroffenen Hautarealen eine Hyperkeratose, Verstärkung der Basalmembran und eine hohe Anzahl von CD4-T-Lymphozyten. Im Rahmen einer Spezialuntersuchung werden fluoreszierende Antikörper eingesetzt, die sich an bestimmte Bereiche der Hautprobe binden und ein typisches Bandenmuster bilden (positiver Lupusband-Test).

SLE (systemischer LE)

Die Diagnose systemischer Lupus erythematodes richtet sich nach den sogenannten ARA-Kriterien (ARA steht für: American Rheumatology Association – 1988 in American College of Rheumatology (ACR) umgenannt). Bei Vorhandensein von 4 der 11 Kriterien kann mit 80- bis 90-prozentiger Sicherheit die Diagnose eines SLE gestellt werden.

ACR- Kriterien (vormals ARA-Kriterien) 

Die 11 ACR-Kriterien (1982, revidiert 1997) lauten:

  1. Schmetterlingserythem: Darunter versteht man eine umschriebene, symmetrische, hellrote, flache bis leicht erhabene Rötung der Wangen, die über dem Nasenrücken zusammenläuft.
  2. CDLE- typische Hautveränderungen
  3. Photosensibilität (Überempfindlichkeit gegenüber Licht: Nach Sonneneinstrahlung können beispielsweise Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber auftreten – dies hat in diesem Zusammenhang nichts mit Sonnenbrand oder Sonnenstich zu tun!)
  4. Erosionen oder Geschwüre der Mundschleimhaut
  5. Gelenksschmerzen und Gelenkserguss
  6. Serositis (Entzündung von sogenannten serösen Häuten wie dem Lungenfell oder dem Herzbeutel)
  7. Nierenbefall:
    1. Mehr als 0,5 g Eiweiße pro Tag im Urin oder
    2. krankhafte Harnsedimente wie Blutreste oder Harnzylinder
  8. Befall des Zentralnervensystems:
    1. epileptische Anfälle oder
    2. psychische Krankheiten ohne bekannte metabolische oder medikamentöse Ursache als Auslöser
  1. hämatologische Symptome:
    1. Hämolytische Anämie oder
    2. Leukopenie mit Leukozytenzahlen unter 4000 pro mm³ Blut oder
    3. Lymphopenie mit Lymphozytenzahlen unter 1500 pro mm³ Blut oder
    4. Thrombozytopenie mit Thrombozytenzahlen unter 100000 pro mm³ Blut
  1. Immunologische Befunde:
    1. Positives LE-Zellzeichen: In Blutausstrichen sichtbare „hematoxylin bodies“: Darunter versteht man phagozytierte Kernreste in Leukozyten. Diese Kernreste stammen von zerstörten Zellen, an die ein bestimmter, gegen Desoxyribonukleoproteine gerichteter Autoantikörper, der sogenannte „LE-Faktor“, gebunden hatte. Die Untersuchung auf das LE-Zellzeichen wird heutzutage kaum mehr durchgeführt und ist nurmehr von historischem Interesse; oder
    2. Autoantikörper gegen native DNA oder
    3. Autoantikörper gegen das Ribonukleoprotein Sm
    4. Autoantikörper gegen Phospholipide
  1. Antinukleäre Antikörper (ANA) in der Immunfluoreszenz-Mikroskopie

Behandlung

Allgemeines

Regelmäßige Untersuchungen sind erforderlich, um frühzeitig den Befall von Organen wie etwa Niere oder Herz erkennen zu können. Da UV-Licht die Hauterscheinungen des Lupus erythematodes verschlimmert, ist konsequenter Sonnenschutz notwendig.

Medikamente

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Die medikamentöse Therapie des Lupus ist stufenförmig aufgebaut und richtet sich nach der Stärke der Beschwerden, der Organbeteiligung und der Wirksamkeit bei den einzelnen Patienten.

Bei leichter Erkrankung ist in einigen Fällen gar keine oder nur eine symptomatische Behandlung mit Hautcremes und/oder sogenannten NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika) nötig.

Die nächste Stufe ist zumeist das Basistherapeutikum Chloroquin (den DMARDs zugehörig), das auch zur Behandlung von Malaria angewendet wird, häufig kombiniert mit Cortison.

Erreicht man mit diesen Mitteln keine Verbesserung des Zustandes, werden zumeist immunsuppressive Medikamente eingesetzt. Das häufigste und in der Behandlung von Lupus am besten erprobte Medikament ist Azathioprin. Auch mit Cyclosporin A und Mycophenolat-Mofetil werden Erfolge erzielt. Außerdem kommen gelegentlich Zytostatika wie Cyclophosphamid oder Methotrexat zum Einsatz. Auch Thalidomid wird unter strenger Überwachung eingesetzt. Mitunter werden einzelne dieser Medikamente untereinander kombiniert, häufiger ist die Kombination mit Cortison.

Andere Behandlungsmethoden

Andere Behandlungsverfahren sind Immunadsorption, Plasmapherese, Stammzelltransplantation, Immunglobuline und physikalische Therapie.

Empfängnisverhütung

Lange Zeit galt die Einnahme der „Pille“ (orale Empfängnisverhütung – Kontrazeption) bei Patientinnen mit Lupus erythematodes als gefährlich, da man befürchtete, die in der Pille enthaltenen Östrogene könnten zu einem Aufflackern oder zur Verschlimmerung der Erkrankung führen.

Andererseits gibt es gute Gründe für die Anwendung der „Pille“ gerade bei Patientinnen mit Lupus erythematodes:

  • Geplante Schwangerschaften haben in einer Phase geringer Krankheitsaktivität (Remission) weniger Komplikationen.
  • Patienten mit hoher Krankheitsaktivität oder Patientinnen, die fruchtschädigende (teratogene) Medikamente einnehmen müssen, benötigen eine zuverlässige Verhütungsmethode.
  • Bei Patientinnen, die Glukokortikoide einnehmen müssen, kann die Einnahme der „Pille“ den damit verbundenen Knochenschwund vermindern und so einer Osteoporose vorbeugen.
  • Die Anwendung der Spirale bei gleichzeitiger immunsuppressiver Therapie schützt nicht zuverlässig vor Schwangerschaften und verschleiert unter Umständen Entzündungen im Genitaltrakt.

2005 konnten Petri et al. sowie Sánchez-Guerrero et al. zeigen, dass bei Patientinnen mit inaktiver Erkrankung oder moderater, aber stabiler Krankheitsaktivität die Einnahme von hormonellen Kombinationspräparaten sicher ist, wenn keine Phospholipid-Antikörper nachweisbar sind. Patientinnen mit schwerer Erkrankung, Störungen der Blutgerinnung oder Phospholipid-Antikörpern im Blut sollten die Pille hingegen nicht einnehmen.

Unverträglichkeiten

Allgemein bekannt sind die Unverträglichkeiten auf Carotin (insbesondere in Karotten) und Anisol (insbesondere in Anis, Kümmel und Fenchel).

Epidemiologie

In Europa tritt der systemische Lupus erythematodes mit einer Inzidenz von 25 bis 27 jährlich Neuerkrankten pro 100.000 Personen auf.

Beim SLE liegt die 5-Jahresüberlebensrate bei 95 %, die 10-Jahresüberlebensrate bei 85 %.

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Quelle: Wkipedia

 

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