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Parasitose
Als Parasitäre Infektionskrankheit
oder Parasitose
bezeichnet man Infektionskrankheiten und Infestationen, die nicht durch
Viren, Bakterien
oder Pilze ausgelöst werden, sondern durch andere, relativ
hochentwickelte
Lebewesen, die bei anderen Lebewesen (den sogenannten Wirten)
schmarotzen. Parasiten
können einzellige Protozoen sein oder Würmer (Helminthen). Auch Läuse,
Flöhe, Milben
oder Fliegen, die ihre Eier in offene Wunden legen, gehören zu den
Parasiten
(sogenannte Ektoparasiten).
Unterscheidung nach Infektionsphasen
Folgende Infektionsphasen werden gegebenenfalls
unterschieden:
Bezeichnet
die Phase einer Parasiteninfektion von der Aufnahme bzw. dem Eindringen
infektionsfähiger Parasitenstadien bis zu deren abgeschlossener
Entwicklung zu
ausgewachsenen, eierlegenden Parasiten und zum Auftreten ihrer
Fortpflanzungsprodukte in den jeweiligen Körperausscheidungen des
Wirtes.
Bezeichnet
die Phase einer Parasiteninfektion ab dem Zeitpunkt der abgeschlossenen
Entwicklung zu ausgewachsenen, eierlegenden Parasiten und dem ersten
Auftreten
ihrer Fortpflanzungsprodukte in den Körperausscheidungen des Wirtes.
Diese oben genannten Begriffe werden in erster
Linie in der Veterinärmedizin
für eine Infektion mit Darmparasiten wie Würmer (Helminthen) bei
Kleintieren
und in der Humanmedizin bei Zoonosen verwendet.
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Klassifikation
nach ICD-10
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M05
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Seropositive
chronische Polyarthritis
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M06
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Sonstige
chronische Polyarthritis
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ICD-10 online
(WHO-Version 2006)
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Die rheumatoide Arthritis
(auch chronische
Polyarthritis) ist die häufigste entzündliche
Erkrankung der Gelenke. Der Krankheitsbeginn ist oft plötzlich, mit Schmerzen in den kleinen Finger- oder Zehengelenken. Es können auch andere Gelenke betroffen sein,
insbesondere Hand-, Knie-, Schulter, Fuß-, Hüftgelenke. Typischerweise
werden
bevorzugt die Handwurzelknochen, die Fingergrundgelenke (Metacarpophalangealgelenk) und die proximalen Interphalangealgelenke (PIP) befallen. Die Finger- und
Zehenendgelenke (distale Interphalangealgelenke, DIP) sind, im Gegensatz zu Gicht, nicht betroffen. Die betroffenen Gelenke
schwellen an
und sind überwärmt. Eine Rötung der betroffenen Gelenke kann
hinzukommen. Eine
symmetrische (= beidseits auftretende) Synovitis der stammfernen Gelenke ist typisch aber nicht
zwingend.
Morgens sind diese Symptome zumeist am stärksten ausgeprägt; es handelt sich
dabei
um die symptomatische Morgensteife. Im Krankheitsverlauf werden immer
mehr
Gelenke befallen.
Meist verläuft die Krankheit schubweise, ein
Schub dauert typischerweise zwischen einigen Wochen und Monaten an.
Zwischen
den einzelnen Schüben lassen die Beschwerden nach. Die Behandlung ist
dadurch
erschwert, da eine Besserung des Gesundheitszustandes nicht zwingend
auf die
Therapie zurückzuführen ist.
Abgekürzt wird die Krankheit mit RA
(rheumatoide Arthritis), pcP (primär chronische Polyarthritis,
veraltet) oder
cP (chronische Polyarthritis).
Sonderformen der Rheumatoiden Arthritis sind
das Felty-Syndrom, das Caplan-Syndrom und die Juvenile
idiopathische Arthritis.
Epidemiologie
(Häufigkeit, Geschlechts- und Altersverteilung)
Abgesehen von der entzündlich aktivierten Arthrose ist die rheumatoide Arthritis die häufigste
entzündliche
Gelenkerkrankung. Weltweit sind etwa 0,5–1 % der
Bevölkerung
betroffen. In Deutschland schätzt man die Zahl der Erkrankungen auf
800.000,
wobei Frauen rund drei mal so häufig betroffen sind wie Männer. An der rheumatoiden Arthritis können Menschen aller Altersgruppen
erkranken.
Häufig ist ein Auftreten zwischen 35 und 45 Jahren. Es können jedoch
auch
Kinder betroffen sein; dies nennt man dann eine juvenile
idiopathische Arthritis. Die Prävalenz nimmt mit steigendem Alter zu. Als
Gipfel
der Neuerkrankungsrate wird bei Frauen das Alter zwischen 55 und 64
Jahren, bei
Männern das Alter zwischen 65 und 75 Jahren gesehen.
Ursache
Die Ursachen der Erkrankung sind bislang
weitgehend ungeklärt. Es wird eine autoimmune Ursache angenommen, bei der körpereigene
Substanzen,
z. B. der Gelenkknorpel, von Zellen des Immunsystems angegriffen werden. Krankheitsauslösend können,
so eine
wissenschaftliche Hypothese, Viren und Bakterien sein, ähnlich wie es bei der Pathogenese des
rheumatischen Fiebers bereits beschrieben wurde Neuerdings wird auch der Zusammenhang zwischen
einer Parodontitis-Erkrankung und dem Entstehen einer rheumatoiden
Arthritis
diskutiert Ein genetischer Einfluss unter anderem durch Zwillingsstudien wurde mehrfach nachgewiesen. RA ist demnach mit bestimmten MHC- bzw. HLA-Allelen assoziiert.
Pathogenese
Das klinische Bild der Rheumatoiden Arthritis
ist das Ergebnis struktureller Prozesse, die sich im Gelenk- und
Gelenk-nahen
Gewebe abspielen. Als Vollbild der Erkrankung zeigt sich einen Komplex
aus immunologischer Gelenkentzündung, onkologischer Gelenkdestruktion und extraartikulären, u. U.
sogar
tödlichen primär nekrotisierenden Prozessen. Die seit weit über hundert Jahren tradierte
Vorstellung
einer rein entzündlichen Erkrankung beruht auf wechselnd bewerteten
klinisch-immunologischen Phänomenen und soll im folgenden Absatz
dargestellt
werden, wird aber durch neuere Forschungsergebnisse nicht gestützt:
Es wird beschrieben, dass fehlgesteuerte
Immunzellen
in das betroffene Gelenk einwandern und dort entzündungsfördernde
Botenstoffe produzieren – sogenannte Zytokine –, mit deren Hilfe Immunzellen miteinander
kommunizieren. An der Zellmembran der Zielzelle befinden sich Rezeptoren, an welche die Zytokinmoleküle nach dem
Schlüssel-Schloss-Prinzip andocken und dort die entsprechenden
Reaktionen
auslösen können. Bei den Erkrankten ist der Theorie nach dieses
Gleichgewicht
zwischen den Zytokinen gestört. Insbesondere Interleukin-1 (IL-1) und der Tumornekrosefaktor-alfa (TNF-α)
seien übermäßig vorhanden und für den zerstörerischen
Entzündungsprozess im
Knorpelgewebe und die Aktivierung knochenabbauender Zellen, der
Osteoklasten,
verantwortlich. Durch die Wirkung der Zytokine entstehe an der
Gelenkinnenhaut
(Synovialis) ein geschwulstartiges Gewebe, der Pannus, welcher nach einer gewissen Zeit Knorpel, Knochen und auch andere Strukturen des betroffenen
Gelenks
zerstöre.
Mittlerweile ist an Mäusen nachgewiesen, dass
für die RA typische Fibroblasten der Synovia von befallenen Gelenken
über den
Blutkreislauf in bisher gesunde Gelenke auswandern können. Dies könnte
das
typische Ausbreitungsmuster der Erkrankung erklären. Der Entzündungsprozess wird jedoch
nach Untersuchungen
des Zentrums
für Rheuma-Pathologie, Mainz, als im Verhältnis zu anderen, ebenfalls
immunologisch
ausgelösten entzündlichen Gelenkerkrankungen gering eingeschätzt.
Obwohl in dieser meist der Grund für die starke Zerstörung des Gelenks
gesehen
wird, wurde niemals ein Beweis für die Destruktion von Knochen und
Knorpel
durch eine immunologische Entzündung erbracht.
Die Gelenkzerstörung bei rheumatoider
Arthritis ist vielmehr das Werk eines spezifischen onkologischen
Prozesses, der
sich schubweise aus der pluripotenten synovialen Zellmatrix entwickelt. Die aggressiven homogenen Zellverbände, die in
Knorpel
und Knochen eindringen, bestehen aus dicht gelagerten großen
polygonalen
Zellen. Der große helle Zellkern enthält 1 bis 2 Nucleolen. Diese Zellen exprimieren eine Reihe hochpotenter
proteolytischer
Enzyme, die sie zur schnellen Zerstörung des Gelenks
durch
Degradierung von Knorpel und Knochen befähigen. Der gefäßfreie Prozess
ist
kurzlebig, die aggressiven Zellverbände kollabieren innerhalb weniger
Tage und
werden von Entzündungszellen und Makrophagen resorbiert. Entzündliche Faktoren sind am
Zerstörungsprozess nicht beteiligt. Der Prozess hinterlässt jedoch den
bekannten, oft fälschlich der Entzündung zugeschriebenen Pannus. Diese
aggressive Phase kann sich am gleichen Gelenk wiederholen und den
Zerstörungsprozess fortsetzen. Dieser für die Rheumatoide Arthritis
spezifische
Prozess wurde vom Deutschen
Krebsforschungszentrum als „tumor-like proliferation“ klassifiziert.
Eine weitere potenziell tödliche Komponente
der Rheumatoiden Arthritis ohne entzündliche Interferenz ist das akute Absterben von Geweben infolge einer
lokalen Freisetzung von Kollagenasen. Es sind gelenkferne Prozesse, die durch eine
zentrale Nekrose und eine dichte radiäre Zellpalisade
gekennzeichnet
sind. Sie zerstören gefäßarme, kollagene Strukturen. In Sehnen führen sie zur Sehnenruptur, im Auge befallen sie die Sklera, was zum Verlust des Auges führt. Sie können die
Wandung
von Arterien zerstören und damit zum Absterben von Gliedmaßen
führen.
Dies sind Prozesse, die sich der klinischen Beobachtung weitgehend
entziehen
und deswegen oftmals anderen Erkrankungen zugeschrieben werden (z. B.
Herzinfarkt).
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch Labor, Klinik und bildgebende
Verfahren.
- Labor: Es wird nach Rheumafaktoren (RF-Antikörper) im Blut gesucht, die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das C-reaktive
Protein (CRP) getestet. Rheumafaktoren (RF) sind hierbei jedoch
nicht beweisend, sondern nur hinweisend, man kann auch bei anderen
Erkrankungen Rheumafaktoren nachweisen. Fälle von seronegativer Arthritis sind ebenso bekannt wie Fälle, in denen
Betroffene einen so niedrigen RF aufweisen, dass er zur Diagnostik
nicht ausreicht.
- In neuerer Zeit haben die Testsysteme zum
serologischen Nachweis der so genannten ACPAs (Anti-Citrullinated
Protein/Peptide Antibodies,
Antikörper gegen citrullinierte
Protein-/Peptid-Antigene)
die klassische Serodiagnostik über die Rheumafaktoren verbessert. Prominenteste Vertreter der
ACPA-Testsysteme sind der CCP-Assay und der Nachweis von
Autoantikörpern gegen mutiertes citrulliniertes Vimentin (Anti-MCV-ELISA).Beide
erreichen Sensitivitäten von nahezu 80 % und Spezifitäten von
nahezu 98 %.
- Klinik: Zählung und Lokalisation schmerzhafter,
geschwollener und überwärmter Gelenke, Patientenselbsteinschätzung
- Bildgebende Verfahren: Zu Beginn und im Verlauf
sind Röntgen- oder MRT-Untersuchungen erforderlich, um Schädigungen der
Knochen (Erosionen) abschätzen zu können. Typische radiologische Befunde sind subchondrale Osteoporose, Destruktionen des umliegenden Knochens, Ankylosen und Gelenkfehlstellungen (Knopflochdeformität, Schwanenhalsdeformität, Ulnardeviation).
- Mit der Weichteil- und Knochenszintigraphie kann das Verteilungsmuster der
Entzündungsaktivität der verschiedenen Gelenke recht gut dargestellt
werden.
Dabei werden für die Diagnose üblicherweise
die folgenden Kriterien des „American
College of Rheumatology (ACR)“ von 1987 herangezogen:
- Morgensteifigkeit in mindestens einem Gelenk für
mindestens eine Stunde
- Gelenkentzündungen in mindestens drei
verschiedenen Gelenkregionen
- Gelenkentzündungen
an Hand- oder Fingergelenken
- Beidseitige Gelenkentzündungen derselben Gelenke
beider Körperhälften
- Rheumaknoten
- Nachweis
von Rheumafaktoren
- Radiologische
Veränderungen der Gelenke
Die ersten vier Kriterien müssen über einen
Zeitraum von mindestens sechs Wochen vorliegen und mindestens vier
dieser
sieben Kriterien erfüllt sein.
Die Krankheitsaktivität bei Diagnose und zur
Therapiesteuerung wird häufig über den DAS28 ermittelt.
Therapie
Medikamentöse
Behandlung
Bei der medikamentösen Therapie rheumatischer
Erkrankungen werden traditionell vier Hauptgruppen von Medikamenten unterschieden:
- Analgetika
(Schmerzmittel)
- nicht-steroidale
Antiphlogistika NSAID
- Glucocorticoide
- Basistherapeutika
(Langwirksame Antirheumatika (LWAR), krankheitskontrollierende
Medikamente (Disease modifying anti-rheumatic drugs, DMARD))
Die verschiedenen Medikamentengruppen haben
unterschiedliche Wirkungen und therapeutische Zielsetzungen. Ihre
Anwendung
erfolgt deshalb oft gleichzeitig, z. B. gibt man häufig neben
Basistherapeutika zusätzlich Cortison oder cortisonfreie Entzündungshemmer.
Moderne
Konzepte der Rheumabehandlung
zeichnen sich dadurch aus, dass verschiedene Methoden miteinander
kombiniert
werden. Der Erfolg der Behandlung hängt wesentlich davon ab, für die
unterschiedlichen Krankheitsbilder und -situationen die jeweils
individuell
richtige Behandlungskombination zusammenzustellen. Sehr häufig wird
dabei
allein oder in Kombination das Basistherapeutikum MTX (Methotrexat) eingesetzt, das aufgrund von Wirksamkeit und
Verträglichkeit quasi der "Goldstandard" der Basistherapie ist.
Weitere sogenannte konventionelle Basistherapeutika sind Leflunomid,
Sulfasalazin, Chloroquin und Hydroxychloroquin (ursprünglich als
Anti-Malaria-Medikamente entwickelt), Cyclosporin A und Azathioprin. Die früher gebräuchliche Behandlung mit Goldsalzen
wurde
inzwischen verlassen.
Neuere Therapeutika sind Antikörper,
löslichen Rezeptoren oder Antagonisten, die gegen proinflammatorische Zytokine wie IL-1 oder TNF-alpha gerichtet sind und auch
"Biologika"/"Biologicals" genannt werden. Gegen TNF-alpha
gerichtet sind die TNF-alpha-Antikörper Infliximab und Adalimumab sowie der lösliche TNF-alpha-Rezeptor Etanercept. Der IL-1-Rezeptor-Antagonist heißt Anakinra. Eine neue Therapieoption bietet die
B-Zell-Therapie mit
Rituximab (monoklonaler CD20-Antikörper), die seit Juli
2006
europaweit zugelassen ist. Rituximab wird derzeit nach Versagen des
ersten
TNF-alpha-Antikörpers eingesetzt. Seit Mai 2007 ist eine Substanz
zugelassen,
die die T-Zell-Ko-Stimulation moduliert. Es handelt sich um das
vollständig
humane Fusionsprotein CTLA4Ig (Abatacept).
Abatacept wird derzeit nach Versagen mindestens eines
TNF-alpha-Antagonisten
eingesetzt. Kürzlich zugelassen wurden als
TNF-alpha-Antagonisten
das Certolizumab pegol und Golimumab sowie der IL-6-Rezeptorblocker
Tocilizumab. Weitere Wirkstoffe befinden sich in der klinischen
Erforschung in
Phase II und Phase III-Studien, etwa Ocrelizumab (humanisierter
CD20-Antikörper).
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Die Sepsis
(gr. für Fäulnis),
umgangssprachlich auch Blutvergiftung, ist die
fulminante Reaktion des
Organismus auf Bakterien oder deren Bestandteile (Toxine), welche zu
einer
lebensbedrohlichen Störung der Vitalfunktionen führt, zum Beispiel im
Verlauf
einer außer Kontrolle geratenden Infektion. Dabei ist diese Bezeichnung
nicht
auf Wirkungen bestimmter Erreger beschränkt. Die Komplexität der
pathophysiologischen Vorgänge macht eine allgemeinverständliche
Definition
schwer. Seit 1992 werden SIRS, Sepsis, schwere Sepsis
und septischer
Schock getrennt definiert. Danach ist Sepsis ein Systemisches
inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS) mit einer nachgewiesenen
Infektion
(siehe unten).
Die Intensivmedizin kann durch
vorübergehenden Ersatz oder Unterstützung der Organfunktionen
(Beatmung,
Nierenersatztherapie, Kreislauftherapie, Gerinnungstherapie) kritische
Phasen
überbrücken, trotzdem ist aber die Sepsis als eine sehr schwere
Erkrankung zu
werten und die Prognose äußerst ernst: 30–50 % der Erkrankten
sterben
trotz maximaler Therapie. Der frühestmögliche Therapiebeginn ist
entscheidend
für ein Überleben.
Der "rote Strich", der sich von
einer Wunde in Richtung Herz ausweitet, ist nach Ansicht vieler Laien
ein
erstes Zeichen für eine Blutvergiftung. Tatsächlich handelt es sich
dabei um
eine lokale Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis).
Als
Sinusitis (wörtlich
Nasennebenhöhlenentzündung, von lateinisch sinus
‚Nasennebenhöhle‘ und -itis ‚Entzündung‘) wird
die akute oder chronische
Nasennebenhöhlenentzündung bezeichnet.
Akute
Sinusitis
Die
akute Vereiterung der Nasennebenhöhlen entsteht oftmals aus
einem Schnupfen (Rhinitis), wenn durch
Schwellung der Schlemhäute oder anatomische
Besonderheiten der Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen behindert wird.
Meist sind
die Kieferhöhlen, seltener die Siebbeinzellen und Stirnhöhlen, sehr selten die Keilbeinhöhlen betroffen. Eine
Beteiligung sämtlicher Nasennebenhöhlen wird als Pansinusitis
bezeichnet. Die
Erkrankung geht meist mit Fieber, Kopfschmerz und genereller
Abgeschlagenheit einher. Jeder siebte Deutsche ist einmal pro Jahr von
einer
Sinusitis betroffen. Ursache ist nur in 10–20 % der Fälle eine
bakterielle
Infektion. Meist sind Viren die Auslöser; andere
Ursachen wie Allergien sind jedoch auch
möglich. Für eine bakterielle Sinusitis spricht: Symptomdauer > 7 Tage,
einseitige Gesichtsschmerzen, einseitiger eitriger nasaler Ausfluss.
Eine
beidseitige Symptomatik spricht dagegen mehr
für eine virale Ursache. Akute virale Sinusitis kann durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden.
Chronische Sinusitis
Als
chronische Sinusitis gilt eine mehr als 2–3 Monate (je nach Quelle)
dauernde
Sinusitis. Sie geht meist aus einer nicht ausgeheilten akuten oder
subakuten
Sinusitis hervor, meist sind Kieferhöhlen und Siebbeinzellen betroffen.
Eine weitere Verlaufsform ist die rezidivierende akute Sinusitis. Symptome sind langanhaltender
Geruchsverlust (Anosmie), chronischer, meist
wässriger Schnupfen (Rhinorrhoe), Sekretfluss in den
Rachen (Post nasal
drip) und dauerhafter,
dumpfer Druck über den Nebenhöhlen oder hinter den Augen. Oft besteht
zusätzlich das Wachstum entzündlicher Polypen in den Nasennebenhöhlen. Zur
Behandlung werden Kortisonpräparate als Nasenspray oder in
Tablettenform angewendet.
Weitere Therapieansätze bestehen in der Langzeitgabe von Antibiotika, Nasenspülungen oder - bei
chronischer Sinusitis mit Polypen - der lokalen Anwendung von Antimykotika
Nach
derzeitigem Stand ist eine optimale medikamentöse Behandlung ebenso
effektiv
wie eine Operation. Deshalb ist diese nur dann erforderlich, wenn der
Patient
durch die medikamentöse Therapie keine ausreichende Linderung erfährt.
Eine
Operation wird in 80 % der Fälle das Befinden bessern, in
10 % der Fälle
kommt es zum Wiederauftreten der Erkrankung. Diese Operationen werden
heute
regelhaft von innerhalb der Nase ausgeführt, Schnitte im Gesicht (transfazialer
Zugang) ist Einzelfällen
vorbehalten. Patienten mit ausgedehnten Stirnhöhlenentzündungen haben
eine
schlechtere Prognose und ein schlechteres Risikoprofil. Risiken der
Nasennebenhöhlenoperation bestehen aufgrund der räumlichen Nähe zu
Augen und
Gehirn in der Verletzung der Augenhöhle mit Ausbildung von
Doppelbildern, dem
Sehverlust, dem Abfließen von Hirnwasser, der Hirnhautentzündung und dem Einbluten in
das Gehirn. Diese schwerwiegenden Komplikationen treten heute in
weniger als
1 % der Fälle auf.
Eine
polypöse Sinusitis ist besonders häufig mit dem Auftreten eines Asthma
bronchiale und einer Analgetika-Intoleranz (Unverträglichkeit)
vergesellschaftet. Das Vorkommen aller drei Erkrankungen bei einem
Patienten
nennt man Samter-Trias. Diese Patienten
haben mit der Standardtherapie eine deutlich erhöhte Rezidivneigung.
Als
neuere, unterstützende Therapie steht die adaptive Desaktivierung zur
Verfügung. Hierzu nimmt man nach Einstellung durch den Arzt dauerhaft Acetylsalicylsäure (ASS / Aspirin) ein
und kann so erfolgreich der Polypenneubildung entgegen wirken. Eine
Sanierung
der Nasennebenhöhlen bei Asthmatikern führt bei diesen zu
einer durchschnittlich um 5 mg verminderten Einnahme von Kortison, um das Asthma zu
kontrollieren.
Als
Folge einer chronischen Sinusitis können Erkrankungen der Lunge (Sinu-bronchiales-Syndrom) auftreten. Wenn die chronische
Sinusitis trotz Therapie nicht ausheilt oder rezidiviert, sollte auch
geklärt
werden, ob eine Mukoviszidose vorliegen kann oder
ob eventuell bisher unbemerkte Entzündungen der Zahnwurzeln in die
Kieferhöhlen
ausstrahlen (Panoramaröntgen!).
Sinusitis
maxillaris links (Mangelnde Transparenz deutet auf Flüssigkeit oder ödematöse
Schleimhautschwellung hin)
Arten Sinusitis ethmoidalis, eine Entzündung der
Siebbeinzellen
- Sinusitis frontalis, eine Entzündung der Stirnhöhlen
- Sinusitis maxillaris, eine Entzündung der Kieferhöhlen
- Sinusitis sphenoidalis, eine Entzündung der Keilbeinhöhle
- Pansinusitis, eine gleichzeitige Entzündung sämtlicher
Nasennebenhöhlen
Untersuchung
Durch
einfache endoskopische Untersuchung, Abstrich der Nasenflüssigkeit (Nasensekret) und gezielte
Befragung der im Fall der Sinusitis recht eindeutigen Symptomatik kann
der Arzt
oft die Diagnose einer Sinusitis
stellen. (Diese recht eindeutige Symptomatik kann zwar, muss aber nicht
unbedingt erscheinen. Eine chronische Sinusitis/Pansinusitis kann u.U.
nicht
selten überhaupt keine erkennbaren Symptome hervorrufen.) Zur Abklärung
müssen
bildgebende Verfahren (Sonographie), Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt
werden. Röntgenaufnahmen und Sonographie sind
dagegen bezüglich Sinusitis ziemlich unzuverlässig. Sonographie ist nur
zur
Verlaufskontrolle und bei einem akuten Schub wertvoll. Bei genereller
Abgeschlagenheit kann das Fehlen jeglicher anderer Symptome zusammen
mit dem
Ergebnis einer Röntgenaufnahme der Nasennebenhöhlen leicht zu einem
voreiligen Ausschließen der Sinusitis führen.
Symptome
- häufig sind bei einer akuten Sinusitis Kopfschmerzen begleitet von Druckgefühl oder bohrendem Schmerz
im vorderen Kopfbereich. Diese Schmerzen verschlimmern sich, sobald man
sich nach vorne neigt, mit dem Oberkörper herunterbückt oder fest
auftritt. Je nach betroffenen Nebenhöhlen variiert die Lage der
Beschwerden. So kann pochender Schmerz über der Stirn, im Wangenbereich
(unter Umständen von Zahnschmerzen begleitet), hinter den Augen oder
seltener im Hinterkopfbereich auftreten. Zur Lokalisierung kann sich
der Patient mit der flachen Hand auf den Hinterkopf schlagen, der
Impuls verursacht einen dumpfen, stechenden Schmerz in den
flüssigkeitsgefüllten Nebenhöhlen.
- häufig gleichzeitig Rhinitis (Schnupfen) mit eitrig verändertem Nasensekret
- bei schweren Entzündungen Fieber, Abgeschlagenheit und Sehstörungen aber auch starker Husten, welcher durch
abgehenden Schleim in die Atemwege besonders die Nachtruhe stören kann,
sowie bei lang anhaltendem Hustenreiz die Brustmuskeln schmerzen lässt
und schwächt
- manchmal
sichtbare schmerzhafte Schwellung
- Vermehrtes Nasenbluten sollte an seltene bösartige
Neubildungen im Bereich der Nasennebenhöhlen denken lassen.
Therapie
Ziel
der Therapie ist es in erster Linie, die Entzündung zu reduzieren sowie
den
natürlichen Schleimabfluss der Nebenhöhlen wiederherzustellen:
- Maßnahmen zur Verflüssigung und verbesserten
Ausscheidung des Schleims (erhöhte Flüssigkeitszufuhr durch Trinken,
Sicherstellung einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit der Atemluft,
Dampfinhalation, Infrarot-Behandlung, Kurzwellenbehandlung, Isotonische
Kochsalzlösung als Nasenspülung/-dusche oder Meerwassersprays, Wirkstoffe zur
Schleimlösung/-verflüssigung bzw. erhöhten Schleimproduktion wie
beispielsweise Acetylcystein und Ambroxol, pflanzliche Präparate oder Enzympräparate.)
- Einsatz von schleimhautabschwellenden Nasensprays oder -tropfen.
- Einnahme
von myrtolhaltigen
Medikamenten.
- Maßnahmen zur Verringerung der Entzündung
(beispielsweise durch Einsatz von Enzympräparaten oder kortisonhaltigen
Nasensprays).
- Gabe von Antibiotika nur bei schwerer Symptomatik und wenn eine
bakterielle Infektion gesichert oder zumindest wahrscheinlich ist.
- In schwerwiegenden Fällen kann ein operativer
Eingriff notwendig werden, um einen organisch erschwerten
Schleimabfluss zu ermöglichen (Polypenentfernung, Verkleinerung der
Nasenmuschel, Knochenabschabung, Begradigung
der Nasenscheidewand).
Erreger
- Viren,
- Haemophilus
influenzae,
- Pneumokokken,
- Streptokokken,
- Staphylokokken
Komplikationen
Bei
schweren Verläufen kann die Entzündung die Nebenhöhlen überschreiten
und
benachbarte Strukturen schädigen:
- Wenn die dünne Knochenplatte, welche Augenhöhle
und die Nasennebenhöhlen voneinander trennt, von der Entzündung
betroffen ist, kann es zum Durchbruch kommen. Eiter und Bakterien gelangen so in die Augenhöhle, was zu schweren
Augenschäden bis hin zur Erblindung führen kann.
- Auch die knöcherne Trennung von Gehirn und
Nebenhöhle kann von der Entzündung durchbrochen werden. Eine
lebensbedrohliche Hirnhautentzündung
kann die Folge sein.
- Meist vernachlässigt ist das Zusammenspiel von Kieferhöhle und Zahnwurzelentzündungen.
- Ein oft übersehenes und unterschätztes Problem ist
das Schnarchen. Durch die gestörte Nasenatmung wird der
Luftstrom behindert, das im Weg befindliche Sekret „gluckert“
unüberhörbar bei jedem Atemzug. Bei fortschreitendem Verschluss wird
auf Mundatmung übergegangen, was zur Austrocknung der Rachenschleimhaut
führt. Die Sinusitis wird damit negativ beeinflusst, weil einerseits
die Schleimhäute gereizt werden und andererseits die notwendige
Erholung im Schlaf ausbleibt.
- Es kann sich eine Mukozele bilden.
Vorbeugung
Bei
häufig wiederkehrender Sinusitis sind oft gutartige
Schleimhautwucherungen (Polypen), eine schiefe Nasenscheidewand und/oder verengte
Abflusswege für das Nasensekret die Ursache. Die Beseitigung der
Ursache,
beispielsweise mittels Operationen oder die Vermeidung des Kontakts mit
Allergenen, kann Abhilfe schaffen.
Quelle:
Wkipedia
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