Asthma
bronchiale
(von
griechisch, "Atemnot", oft auch vereinfachend nur Asthma genannt), ist
eine chronische,
entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender
Überempfindlichkeit. Bei
entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung zu anfallsweiser
Luftnot infolge einer
Verengung der Atemwege (Bronchialobstruktion, so die Definition des
international consensus report). Diese Atemwegsverengung wird durch
vermehrte Sekretion von Schleim,
Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der
Bronchialschleimhaut
verursacht, sie ist durch Behandlung rückbildungsfähig (reversibel).
Eine Vielzahl von Reizen
verursacht die Zunahme der Empfindlichkeit der Atemwege (bronchiale
Hyperreaktivität oder auch
Hyperreagibilität) und die damit verbundene Entzündung. Fünf Prozent
der Erwachsenen und sieben bis zehn
Prozent der Kinder leiden an Asthma bronchiale.
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Burnout-Syndrom
(Weitergeleitet
von Burnoutsyndrom)
Ausgebranntsein oder englisch Burnout-Syndrom (engl. (to) burn out:
"ausbrennen") bezeichnet einen besonderen Fall berufsbezogener und/oder
familiärer chronischer
Erschöpfung. Erstmalig verwendete der Psychoanalytiker Herbert
Freudenberger 1974 den Begriff.
Ständige Frustration, das Nichterreichen eines Zieles, zu hohe
persönliche Erwartungen an eigene
Leistungen, Überlastungen etc. können erschöpfen. Das Burnout-Syndrom
ist vielfältig und individuell unterschiedlich in Auftreten und Ausmaß:
Depressionen und auch
physiologische Beschwerden, wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen,
Magenkrämpfe oder körperliche
Dysfunktionen. Typisch sind auch Schuldgefühle oder Versagensängste.
Der "Ausgebrannte" erlebt seine
Umwelt im allgemeinen als nicht mehr kontrollierbar und zieht sich eher
in sich zurück, ohne eventuelle
Hilfe (von Verwandten oder Freunden) anzunehmen. Bisweilen unterstützen
Psychologen und/oder
Ärzte, etwa in einer Psychotherapie.
Burn-out wird in der im deutschen Gesundheitswesen verbindlichen 10.
Auflage der "Internationalen Klassifikation der Erkrankungen" als
"Ausgebranntsein" und "Zustand der
totalen Erschöpfung" mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst. Wird
jedoch als Syndrom, also ein
Bündel an Krankheitsbeschwerden, nicht als eigenständige Krankheit
anerkannt. Früher ging man davon aus,
dass hohe Arbeitsbelastung insbesondere in "helfenden Berufen" (Ärzte,
Pflegeberufe,
Rettungsdienstpersonal, Lehrer, Sozialarbeiter, Erzieher) ausbrennen
lässt (häufige Krankschreibung,
Arbeitsunfähigkeit oder Frühverrentung). Inzwischen ist klar: Burnout
kann nahezu alle
sozialen Gruppen treffen - von Schüler über Forscher bis hin zu
Arbeitslosen und Rentnern sind alle Fälle
bereits nachgewiesen.Das Syndrom war etwa im Blickfeld der Medien,
nachdem einige Fälle
unter Sportlern und Musikern bekannt wurden. Der Skispringer Sven
Hannawald hat deswegen seine
Karriere beendet; der Fußballspieler Sebastian Deisler litt unter
dieser Krankheit; der
Jazz-Pianist Keith Jarrett hat eine jahrelange Zwangspause eingelegt,
der Rapper Eminem eine Tournee
abgesagt.Fatigue-Syndrom
Fatigue-Syndrom, Erschöpfungs-Syndrom oder oft auch verkürzt Fatigue
(franz.: Müdigkeit,
Erschöpfung) werden in der Medizin in unterschiedlichen Zusammenhängen
verwandt. Fatigue ist ein Symptom, das verschiedene chronische
Erkrankungen begleitet.
Begriffsverwendungen
Während medizinische Standardwörterbücher den Ausdruck Fatigue entweder
gar nicht verzeichnen (Pschyrembel) oder lediglich als Erschöpfung
übersetzen, hat sich das
Fatigue-Syndrom in Deutschland als Bezeichnung für ein krebsbedingtes
Syndrom etabliert.
Der Begriff ist insbesondere bei der Behandlung von Krebspatienten in
der Onkologie und der
Palliativmedizin gebräuchlich. In der englischsprachigen Fachliteratur
ist dafür hingegen der Ausdruck
Cancer-Fatigue üblich. Im Unterschied dazu findet der Begriff Fatigue
als Beschreibung für eine
Erschöpfungssymptomatik auch bei schweren chronischen Herz- und
Lungenerkrankungen und anderen
chronischen Krankheiten wie Sarkoidose, Rheuma, Multipler Sklerose,
AIDS, Lupus erythematodes,
Morbus Crohn und Pulmonaler Hypertonie Verwendung. Davon abzugrenzen
ist der Begriff Chronisches
Erschöpfungssyndrom oder Chronic Fatigue Syndrome, das zwar einen
ähnlichen Beschwerdekomplex
aufweist, aber als eigenständiges Krankheitsbild unklarer Ursache
angesehen wird.
Pathogenese
Die Pathogenese des Fatigue-Syndroms ist bislang nicht eindeutig
geklärt. Überwiegend wird von einer multifaktoriellen Genese
ausgegangen, an der bei Krebskranken auch
psychologische Faktoren, Blutbildveränderungen und Ernährungseinflüsse
beteiligt sind. Bei ihnen
wird die Fatigue durch die Erkrankung selbst oder im Zusammenhang mit
einer Chemotherapie oder
Bestrahlung ausgelöst. Sie hält meist Wochen bis Monate über den
Behandlungszeitraum hinaus an und
beeinträchtigt die Lebensqualität oft erheblich. Typische Merkmale sind
eine anhaltende
Schwäche und Abgeschlagenheit trotz ausreichender Schlafphasen, eine
Überforderung
bereits bei geringen
Belastungen und eine deutliche Aktivitätsabnahme im privaten und
beruflichen Umfeld.
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Candida
ist eine
Hefe-Gattung (die bedeutendste dieser Gattung ist Candida albicans),
welche Pilzinfektionen (Kandidose) beim Menschen und anderen Lebewesen
hervorrufen kann.
Candida wächst im Labor als große, runde, weiße oder cremefarbene
(albicans bedeutet 'weißlich')
Kolonie auf Agarplatten.Eine weitere Candida Spezies ist Candida
dubliniensis die ein Problem
bei HIV positiven Patienten darstellt, welche mit Antimykotika
behandelt werden.
Epstein-Barr-Virus
Das
Epstein-Barr-Virus (EBV) ist ein humanpathogenes, behülltes,
doppelsträngiges DNA-Virus aus der Familie der Herpesviridae. Erstmals
beschrieben wurde es 1964 von
Michael Epstein (* 1921) und Yvonne M. Barr (*1932). Sie entdeckten EBV
in B-Lymphozyten, die von
einem afrikanischen Patienten mit Burkitt-Lymphom stammten.
Übertragung
Hauptübertragungsweg des Virus ist eine Tröpfcheninfektion
oder eine
Kontaktinfektion (besonders Speichel) bzw. Schmierinfektion, seltener
sind Übertragungen im Rahmen
von Transplantationen oder Bluttransfusionen. Die Tatsache, dass EBV
auch in Sekreten der
Genitalien festgestellt werden konnte, macht auch den Übertragungsweg
durch sexuelle Kontakte denkbar.
Infektionsfolgen Leukämiezellen mit Nachweis von EBV
Die Infektion mit dem Virus erfolgt zumeist im Kindesalter. Während bei
Infektionen im Kindesalter in der Regel keine Symptome auftreten, kommt
es bei jugendlichen oder
erwachsenen Infizierten in 30-60 % aller Fälle zum Ausbruch einer
infektiösen Mononukleose
(Pfeiffer-Drüsenfieber). Ab dem 40. Lebensjahr sind ca. 98 % der
Menschen mit EBV infiziert. Sowohl nach
einer asymptomatischen als auch nach einer symptomatischen Infektion
persistiert das Virus
lebenslang im Körper. Es kann wie alle Herpesviren reaktivieren. Für
gewöhnlich wird eine Reaktivierung vom
Wirt nicht bemerkt und schnell durch sein Immunsystem eingedämmt.
Besteht eine Immunsuppression (z.B.
bei HIV-Infizierten oder Organempfängern) kann sich das Virus
unkontrolliert vermehren und zur
Entstehung von verschiedenen seltenen Krebserkrankungen führen
(Burkitt-Lymphom, weitere Lymphome
sowie der posttransplantativen lymphoproliferativen Erkrankung).
In Afrika existiert auch eine endemische (lokal immer wieder zu
Epidemien führende) Variante des
EBV-assoziierten Burkitt-Lymphoms.
Im asiatischen Raum gilt eine EBV-Infektion als Risikofaktor für
Tumoren der Nase oder
des Kehlkopfes
(Nasopharynxkarzinom).
EBV ist in diesem Falle notwendig für die
Krebsentstehung, jedoch nicht ausreichend, wie die geringe Anzahl der
Krebserkrankungen im Vergleich
zur Virusverbreitung zeigt. Weitere Faktoren spielen hier eine Rolle
(chromosomale Translokation
des c-myc Genes). Als potentieller Cofaktor wird auch Malaria
diskutiert. Auch menschliche
Brustkrebszellen sind häufig durch Epstein-Barr Viren infiziert, ohne
dass ein ursächlicher Zusammenhang
gesehen wird.Obwohl EBV nicht als Brustkrebsvirus aufzufassen ist,
verändert es das
Ansprechen der Brustkrebszellen auf die Taxane, die bei der
Chemotherapie eingesetzt
werden. Noch häufiger als Brustkrebszellen sind Fibroadenome der Brust
durch Epstein-Barr-Viren
infiziert. Ebenfalls wird das Epstein-Barr-Virus als evtl.
Mitverantwortlicher für den Morbus Hodgkin
(Lymphdrüsenkrebs) diskutiert.Diagnostik Allgemein findet man bei der
Infektion mit dem
Epstein-Barr-Virus fast immer einen erhöhten Anteil von Lymphozyten an
den gesamten weißen Blutkörperchen (so
genannte relative Lymphozytose). Die Gesamtzahl der weißen
Blutkörperchen kann dabei
erniedrigt, normal oder erhöht sein. Wird ein Blutausstrich unter dem
Mikroskop untersucht, zeigen die
T-Lymphozyten charakteristische Veränderungen (so genannte
Pfeiffer-Zellen), die
manchmal bereits die Diagnose ermöglichen. Weiterhin sind die
Leberwerte häufig erhöht.Die serologische Beurteilung des EBV-Status
ist nicht immer einfach.
Zum Nachweis der akuten Infektion werden mancherorts sogenannte
Schnelltests angewendet, die
jedoch je nach Lebensalter bis zu 20 % falsch positive und 30 % falsch
negative Resultate liefern.
Die Diagnostik (von normalen immunkompetenten Patienten) sollte
gestaffelt erfolgen, und die
Konstellationen, die mancher Patient oder Arzt auf seinem Laborbericht
findet, sind manchmal etwas schwierig
zu deuten:Nachweis von IgG-Antikörpern gegen das nukleäre Antigen von
EBV
(EBNA-1-IgG): Beweist das Vorhandensein des Virus und gleichzeitig
dessen Latenz. Ist der
EBNA-1-IgG-Test eindeutig positiv, so ist jeder weitere Test unnötig,
eine akute Erkrankung ist
ausgeschlossen. Bei etwa 95 % der Menschen mit zurückliegender
EBV-Infektion sind EBNA-1-IgG-Antikörper
nachweisbar. Ist das EBNA-1-IgG negativ, sollte das IgG gegen das
virale
Capsid-Antigen (VCA-IgG) getestet werden. Es ist ein Marker für
aktuellen oder früheren Kontakt mit EBV
und bleibt in der Regel lebenslang nachweisbar.
Zum Nachweis einer akuten Infektion werden bei positivem VCA-IgG die
IgM-Antikörper gegen das virale Capsid (VCA-IgM) getestet. Sind diese
positiv, so spricht dies
für eine frische bzw. kürzliche Infektion (beweist diese allerdings
nicht!).
Bei starker körperlicher Belastung (besonders bei Leistungssportlern)
kann das VCA-IgM persistieren. Man spricht von einer verlängerten
(prolongierten) Ausheilung, wenn das
EBNA-1-IgG bereits schon positiv ist. In diagnostischen Problemfällen
kann häufig durch einen Immunoblot
und/oder eine Aviditätstestung eine akute von einer zurückliegenden
Infektion unterschieden werden.
Der Nachweis einer hohen Avidität der VCA-IgG-Antikörper beweist einen
länger zurückliegenden
Infektionszeitpunkt, eine deutliche VCA-p18-Bande im IgG-Immunoblot
spricht ebenfalls dafür.
Typische Befunde bei einer akuten Infektion sind: Fehlen von
EBNA-1-IgG-Antikörpern, niedrige
Avidität der VCA-IgG-Antikörper und Nachweis von IgG- und/oder
IgM-Antikörper gegen EA (early antigen).
Bei Immunschwäche (Immuninkompetenz) kann das Virus von der Ruhephase
(Latenz) wieder in eine aktive Vermehrung übergehen (Reaktivierung).
Hierbei kann das
EBNA-1-IgG beispielsweise bei HIV-Patienten sekundär wieder negativ
werden. Eine zuverlässige
Einschätzung von EBV-Reaktivierungen bei Immunschwäche ist nur anhand
der Bestimmung der
Viruslast durch
Polymerase-Kettenreaktion möglich. Der direkte Nachweis der Virus-DNA
mittels Polymerase-Kettenreaktion
ist bei Immungesunden meist nicht sinnvoll, da im Blut auch das latente
Genom nachgewiesen werden
kann und gleichzeitig symptomlose Träger das Virus konstant oder
vorübergehend mit dem
Speichel aussscheiden. Die oben genannten Reaktivierungen bereiten
einem immungesunden Menschen in
aller Regel keine Beschwerden, sie stellen lediglich ein
labordiagnostisches Problem dar,
da der Nachweis von VCA-IgG in hohen Konzentrationen und ggf. wieder
auftretendes VCA-IgM zu
Fehlinterpretationen führen kann.
Eine besondere Spezialität des EBV ist es, dass durch die akute
Infektion von Lymphozyten (v. a.
Gedächtniszellen) mit EBV diese wieder IgM-Antikörper von schon lange
ausgeheilten Infektionen oder Impfungen bilden können. Diese Patienten
zeigen dann oft das
gleichzeitige Vorhandensein von IgM gegen Röteln, Masern, Hepatitis A,
CMV u. v. m. und imitiert somit
serologisch eine akute Infektion mit diesen Erregern. Ein Patient mit
mehr als einem positiven IgM ist daher
stets EBV-verdächtig.
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Hepatitis
(Plural:
Hepatitiden; von griech.: "Leber") wird eine Entzündung der Leber
bezeichnet, für die
zahlreiche Ursachen angeführt werden können. Führt eine andere,
zugrundeliegende Erkrankung zu
dieser Leberentzündung, wird von einer sogenannten Begleithepatitis
gesprochen.
Klinisch unterscheidet man nach dem Verlauf die akute von der
chronischen Hepatitis.
(weitere Informationen folgen, danke fuer Ihre Geduld)
Herpes-simplex-Virus
(HSV)
- auch
als Humanes-Herpes-Virus-1 bezeichnet - ist ein Virus aus der Gruppe
jener acht Herpesviren, die Krankheiten bei Menschen und anderen
Wirbeltieren verursachen
können. Dieses DNA-Virus ist auch der Verursacher der Lippenbläschen
oder Genitalherpes.
Merkmale
Das HSV ist membranumhüllt, enthält doppelsträngige DNA (dsDNA) und
besitzt ein aus 162
Kapsomeren aufgebautes ikosaedrisches Kapsid; das Virion ist 150 - 200
nm im Durchmesser groß. Das Virus gehört zur Gattung Simplexvirus, zur
Unterfamilie der
Alphaherpesvirinae und zur Familie der Herpesviridae. Man unterscheidet
beim Herpes-simplex-Virus zwei nahe
verwandte Arten: Typ 1 und Typ 2 (HSV-1 und HSV-2). Auch mit dem
Varizella-Zoster-Virus, dem
Auslöser der Windpocken, sind beide verwandt.
Verbreitung
Herpesviren sind bei Wirbeltieren und beim Menschen weit verbreitet.
Virologen gehen davon aus, dass etwa 85 % (50-95 %) der Bevölkerung
weltweit mit HSV-1 und 15 % (5-50
%) mit HSV-2 infiziert sind, gesicherte Zahlen gibt es jedoch weder für
Deutschland noch
weltweit. Etwa 30 % der Infizierten haben rekurrente Infektionen und
ca. 1 % der Virusträger
erleiden häufig, d. h. 1x pro Monat ein Wiederaufflammen der latenten
Herpesinfektion.Übertragung
Die Herpes-Simplex-Viren können durch Ansteckung im frühen Kindesalter,
z. B. durch die Mutter übertragen werden. Diese Übertragung geschieht
in erster Linie durch
Tröpfcheninfektion oder durch direkten Austausch von Körperflüssigkeit
wie beispielsweise bei einem
Kuss, oder in fortgeschrittenem Lebensalter beim Sexualkontakt. Auch
eine Schmierinfektion
beziehungsweise Kontaktinfektion kann nicht ausgeschlossen werden, denn
es ist auch der Übertragungsweg über
die Benutzung von unsauberen Gläsern nachgewiesen. Die meisten Menschen
dürften sich
schon im Kindesalter angesteckt haben.
Persistenz
Das Immunsystem kann nur die akute Erkrankung bekämpfen, nicht aber die
in den Ganglienzellen des Nervensystems verbleibenden Viren. Auf diese
Weise überdauert ein
Reservoir von Herpesviren lebenslang im infizierten Organismus
(lebenslange Persistenz). HSV-1
setzt sich dabei in der Regel im Trigeminus-Ganglion fest. Bei einer
persistierenden Infektion wandern
die HSV aus den infizierten Ganglien herab und es kommt zu einer
kontinuierlichen, geringen
Vermehrung und Freisetzung infektiöser Viren. Bei einer latenten
Infektion dagegen ist das
Virusgenom stumm, d.h. es kommt zu keiner Expression von viruskodierten
Proteinen. Erst bei einer
Sekundärinfektion wird das Virus somit wieder aktiv.
Beim Krankheitsverlauf wird zwischen der Erstinfektion
(Primärinfektion) und den Folgeinfektionen unterschieden. Bei einer
Primärinfektion entstehen in der Regel
Bläschen im Gesicht, im Genitalbereich und um den After. Weiterhin
können Lymphknotenschwellung und Schmerzen
auftreten. Eine Abtrocknung erfolgt meist nach 10 Tagen. Eine
Sekundärinfektion beruht
zumeist auf einem geschwächtem Immunsystem, z. B. bei oder nach starken
Fieberschüben,
Schlafmangel, UV-Licht, Menstruation und allgemeiner Stress.
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Herpes
simplex
Herpes
labialis
Zu den Herpeserkrankungen werden im allgemeinen Sprachgebrauch nur die
durch die
Herpes-simplex-Viren HSV-1 und HSV-2 ausgelösten Erkrankungen gezählt,
nämlich der Herpes
simplex.Herpes Simplex tritt in verschiedenen (nach dem Erscheinungsort
der
Bläschen benannten)
Unterformen auf:
Herpes labialis, auch als Fieberbläschen oder Lippenbläschen
bezeichnet, einer Herpesinfektion im
Bereich der Lippen (meistens durch HSV-1 ausgelöst).
Herpes nasalis, ähnlich Herpes labialis, jedoch im Bereich der Nase.
Herpes genitalis, eine Herpesinfektion im Bereich der Geschlechtsorgane
und Genitalschleimhäute, die zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen
gehört (sowohl durch HSV-1
als auch durch HSV-2 ausgelöst). Daher auch recht häufig Herpes
sexualis genannt.
Herpes perianalis und Herpes glutealis im Bereich des Anus und
Perineums bzw. des Gesäßes.
Keratoconjunctivitis herpetica in der Augenbindehaut. Stomatitis
herpetica, eine Infektion der Mundschleimhaut. Herpes facialis und
Herpes buccalis im Gesicht bzw. an den Wangen.
Prophylaxe und Behandlung Derzeit befindet sich ein Impfstoff gegen HSV
noch in der Entwicklung.
Als Prophylaxe bleibt somit nur eine gesunde Lebensweise und
ausreichend Schlaf, welche das Immunsystem
des Körpers stärkt. Bei Anfälligkeit für Lippenbläschen sollte bei
starker Sonneneinstrahlung
(z.B. Gletschersonne) auf die Lippen Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor
auftragen werden. Bei
Personen mit Genitalherpes sollte beim Geschlechtsverkehr die Anwendung
von Kondomen in Betracht gezogen
werden, da auch in der Zeit zwischen den Rückfällen Herpes-Viren
ausgeschieden werden können.
In wiederholten Fällen, bei schwerem Lippenherpes oder bei
Komplikationen kann ein Arzt antivirale
Tabletten verordnen.Nach Ausbruch von Herpes kann man lokal die
Bläschen mit antivirale
Salben wie Aciclovir, welche die Vermehrung der Viren hemmen,
auftragen. Vermieden werden sollte das
Berühren der Bläschen, damit das Virus nicht auch auf andere Stellen
des Körpers übertragen wird.
Weiterhin sollte man in diesem
Fall keine Neugeborenen berühren, da das Virus bei diesen leichter zu
einer Gehirnentzündung
(Enzephalitis) führen kann. Die Hände sollten nach Berühren der
Bläschen gewaschen werde.
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Humane
Papillomviren
Die
humanen Papillomviren (HPV, engl. human papilloma virus) bilden eine
Gruppe von DNA-Viren, die in mittlerweile mehr als 150 verschiedene
Typen eingeteilt werden. Die HPV
sind unbehüllte, doppelsträngige DNA-Viren (dsDNA) und gehören zur
Familie der
Papillomaviridae. Sie befallen sogenannte Epithelzellen der Haut oder
verschiedener Schleimhäute und
verursachen bei den infizierten Zellen ein unkontrolliertes
tumorartiges Wachstum. Die
Tumoren sind meist gutartig und führen zur Warzenbildung an der
betroffenen Haut- oder
Schleimhautstelle (dem Ort der Infektion). Wenn die Infektion im
Genital- oder Analbereich erfolgt (i. d. R. durch
Geschlechtsverkehr), dann kommt es zur Bildung von Genitalwarzen (z. B.
Feigwarzen). Einige
HPV-Typen können jedoch auch bösartige Veränderungen hervorrufen,
insbesondere Gebärmutterhalskrebs
(Zervixkarzinom) bei der Frau, sowie vermutlich auch ein erheblicher
Teil der Scheiden-, Penis-
und Anal-Karzinome sind Folge solcher Infektionen. Die Gen-Produkte
dieser Viren, vor allem die des
E6- und E7-Gens, verhindern den programmierten Zelltod (die Apoptose)
und machen eine Reparatur des
DNA-Doppelstranges unmöglich. Die durch Papilloma-Viren verursachten
Hautveränderungen
sind häufig nicht mit bloßem Auge zu erkennen. Besondere Probleme
stellen die durch die Viren
verursachten Entartungen bei unkontrolliertem Wachstum dar; zum
Beispiel wenn die Körperabwehr durch
eine andere Erkrankung
geschwächt ist.
Virusgruppen
118 HPV-Typen sind bisher vollständig beschrieben. Etwa 30 davon
infizieren fast ausschließlich Haut und Schleimhaut im
Anogenitalbereich (Anus und Genitalien). Die
genitalen HPV-Typen lassen sich generell in 2 Gruppen einteilen, die
Niedrigrisiko- (low risk-) und die
Hochrisiko- (high risk-) Typen. Die Einteilung erfolgt aufgrund des
Risiko-Typs: Einige wenige Erreger
treten extrem gehäuft im Zusammenhang mit Karzinomen auf.
Die Hochrisiko-Typen sind bei über 99,7% aller Fälle von
Zervixkarzinomen (Krebstumore des
Gebärmutterhalses) identifiziert worden. Die Mehrheit der
Zervixkarzinome (ca.70%) wiederum wird durch die Hochrisiko-Typen 16
und 18 hervorgerufen, gefolgt von den
Genotypen 31 und 33. Die Niedrigrisiko-Typen sind fast nie direkt an
der Entwicklung eines
Zervixkarzinoms beteiligt. Bei multiplen Infektionen (Infektionen mit
mehr als einem HPV-Genotyp)
können sie aber auch in Zervixkarzinomen nachgewiesen werden, dann
jedoch zusammen mit einem
klinisch relevanten Hochrisiko-Typ.
Die Typen sind "low-risk"-Viren
Zu dieser Gruppe werden HPV 6 und 11 gezählt, weil sie als
Hauptverursacher von Warzen in
Genitalbereich (Condylomata acuminata, auch Feigwarzen) keine
potentiell lebensgefährlichen Erreger sind. Weitere low-risk Typen sind
40, 42, 43, 44, 54, 61, 70, 72, 81
und CP6108.
"high-risk"-Viren
Zur zweiten Gruppe gehören v.a. HPV 16, 18, 31 und 33, aber auch 35,
39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82. Bei beinahe jedem Auftreten
eines Zervixkarzinoms
(Krebserkrankung des Epithelgewebes des Gebärmutterhalses) ist
mindestens eine der high-risk HPV-Gruppen in
einem HPV-Screening nachweisbar. Auch einige Krebserkrankungen im
Bereich des Afters sowie
des Mundes gelten als HPV-assoziiert. "möglicherweise high-risk"-Viren
Hierzu werden HPV 25, 53 und 66 gezählt. Viren ohne eindeutige
Risikozuordnung (HPV genotypes of undetermined
risk)
Die WHO hat 2005 die Genotypen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56,
58, 59 und 66 offiziell als krebserregend eingestuft.
Die gefährlichen Virus-Untergruppen sind nachweislich nicht nur an der
Entstehung von
Gebärmutterhalskrebs beteiligt, sondern man findet sie auch bei
Krebserkrankungen des Penis, der
Vulva (äußeres weibliche Genital), des Anus und des Mundes.
Übertragung
Die Infektion erfolgt hauptsächlich über Hautkontakt, bei bestimmten
Virentypen primär durch
ungeschützten Sexualverkehr (genital-, anal- oder Oralverkehr). Die
HPV-Infektion ist daher eine der häufigsten durch Geschlechtsverkehr
übertragenen Infektionen, oft
jedoch bleibt die Ansteckung unbemerkt. Kondome schützen, wenn sie den
Kontakt mit
krankheitsbedingten Hautveränderungen oder erregerhaltigen
Körperflüssigkeiten verhindern. Seltener erfolgt
die Übertragung auch durch gemeinsam benutzte Handtücher, Trinkgläser
oder Zahnbürsten.
Bei Frauen unter 30 Jahren liegt die Infektionsrate bei bis zu 25 %.
Bei über 30-jährigen beträgt sie immer noch bis 8 %. Die HPV-Infektion
heilt häufig innerhalb von
Monaten bis hin zu 1 ½ Jahren ab.
Auch die generelle Immunitätslage der Frau spielt hierbei eine wichtige
Rolle, daher haben
Raucherinnen ein höheres Risiko.
Allgemeine Zahlen zu den Infektionsraten bei Männern gibt es nicht.
Ursache für den Mangel an
Zahlenmaterial ist das Nicht-Vorhandensein regulärer
Vorsorgeuntersuchungen in diesem Bereich bei Männern. Bekannt ist, dass
wenn einer der Partner Läsionen aufweist,
auch der andere mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem HPV infiziert
ist. Bei bis zu 70 % der
männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet
wurde, besteht ebenfalls eine Infektion,
die jedoch oft nur kleinste Läsionen am Penis verursacht. Männer sind
sich daher der Infektion mit
dem HPV-Virus oft gar nicht bewusst und bemerken diese nicht. Dennoch
sind sie Überträger.
Krankheitsfolgen
Nach einer Infektion können Papilloma-Viren oft jahrelang inaktiv
bleiben. Dies gilt sowohl für die
low-risk- als auch für die high-risk-Viren. Das heißt, dass sich auch
Wochen bis Monate bzw. bis zu einem Jahr nach einem Sexualkontakt
sowohl von heterosexuellen wie auch
homosexuellen Paaren Genitalwarzen bilden können und damit die Suche
nach dem infektiösen
Sexualpartner sehr erschwert wird.
Die häufigsten Krankheitsfolgen sind Warzen, besonders Feigwarzen
(Condylomata acuminata), und bei Frauen das Zervixkarzinom
(Krebserkrankung des Gebärmutterhalses).
Der aus Indonesien bekannt gewordene Fall des "Baum-Mannes" wird auf
eine Infektion mit
Papilloma-Viren in Kombination mit einer genetischen Schwäche zurück
geführt. Das Warzenwachstum überwuchert vor allem Hände und Arme, aber
auch das Gesicht mit
voluminösen, holzigen Auswüchsen.
zum Index
Krebs
bezeichnet
in der Medizin einen malignen (bösartigen) Tumor. Im engeren Sinn sind
die malignen
epithelialen Tumoren (Karzinome) und die malignen mesenchymalen Tumoren
(Sarkome) gemeint.
Umgangssprachlich werden auch die bösartigen Hämoblastosen, wie z. B.
Leukämien, als "Blutkrebs" bezeichnet.
Nicht jeder Tumor ist ein Krebs, denn ein Tumor kann jede umschriebene
Gewebsvermehrung bzw. Raumforderung im Körper sein. Diese beinhaltet
sowohl die Schwellung
bei einer Entzündung als auch die Neubildungen (Neoplasien) von
Körpergewebe durch Fehlregulationen
des Zellwachstums. Gutartige Tumore wie Muttermale und Fettgeschwülste
(Lipome) werden in der
Fachsprache nicht als Krebs bezeichnet, aber sie können trotzdem
gefährlich werden, da sie u. a.
entarten können. Krebs ist im allgemeinen Sprachgebrauch ein
Sammelbegriff für eine Vielzahl
verwandter Krankheiten, bei denen Körperzellen unkontrolliert wachsen,
sich teilen und gesundes Gewebe
verdrängen und zerstören können. Krebs hat unterschiedliche Auslöser,
die letztlich alle zu
einer Störung des genetisch geregelten Gleichgewichts zwischen
Zellzyklus (Wachstum und Teilung)
und Zelltod (Apoptose) führen.
Quellennachweis: WIKIPEDIA zum
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